Art@Site www.artatsite.com Norbert Kricke Grosse Mannesmann Dusseldorf
Artist:

Norbert Kricke

Title:

Grosse Mannesmann

Year:
1958
Adress:
Vodafone
Website:
An fast artpiece
We will follow the lines of Norbert Kircke. We’ll start in the middle. My eyes follow a horizontal line which slowly branches of downwards and in turn comes back in the middle. This is a genle start.
For a second time the line bends a little further out, moves faster and happily comes back in the center. This repeats a few times, each faster and faster.
Mannesmann reaches the highest speed by a near-vertical start followed by a downward nose-dive and coming out on the left- or on the right-side. What is than Grosse Mannesmann by Norbert Kirke a fast artpiece!
By Theo, www.artatsite.com

Vertaling
Een snel kunstwerk
We volgen de lijnen van Norbert Kircke. We beginnen in het midden. Hier volgen mijn ogen een horizontale lijn die langzaam neerwaarts afbuigt, zich versneld en weer langzaam in het midden uitkomt. Dit is een voorzichtig begin.
Een tweede keer buigt de lijn in het midden iets verder uit, gaat sneller omlaag en komt gelukkig weer terug in het centrum. Dit herhaalt zich nog paar keer, steeds op een grotere snelheid.
De hoogste snelheid behaalt Mannesmann door bijna verticale neerwaartse duikvlucht. Deze komt vér aan de linker- of aan de rechterkant uit. Wat is Grosse Mannesmann van Norbert Kircke dan een snel kunstwerk!
Door Theo, www.artatsite.com

www1.wdr.de:
Edelstahlrohre, zu einem gigantischen Knoten verschlungen, schiessen aus einer vage definierten Mitte hinaus in den Himmel. Scheinbar ohne Ziel, aber mit einem klaren Drang nach oben, als streckten sie sich dem Wolkenkratzer entgegen. Die Durchblicke eröffnen neue Perspektiven, verändern unsere Wahrnehmung. In den sich ständig wandelnden Raum hinein scheinen Licht und Luft zwischen den Stahllinien zu spielen.
Mit der Skulptur "Grosse Mannesmann", die in Krickes Werk zur Reihe der "Raumknoten" zählt, war er 1964 auf der Documenta III vertreten und 1967 auf der Weltausstellung in Montreal. Ein Signal des Aufbruchs mag man in dem frühen Werk des Düsseldorfer Künstlers erkennen, dessen Lebensthema das Zusammenspiel von Raum und Zeit war – kristallisiert in der Bewegung. "Ich will keinen realen Raum, keine reale Bewegung, ich will Bewegung darstellen", hat er einmal gesagt. Das Material, das er dafür verwendete, waren erstaunlich filigrane Stahlrohe. Im öffentlichen Raum entfalten seine Skulpturen eine Dynamik, die die strenge Geometrie der Nachkriegsarchitektur in Frage stellt – so wie die "Grosse Mannesmann" in Düsseldorf.

www.welt-der-form.net:
Wie kaum eine andere Arbeit spiegelt die Grosse Mannesmann Krickes künstlerisches Konzept wie auch den Zeitgeist. Die aus Linienbündeln gebildete Skulptur gehört zur Werkgruppe von Krickes „Raumknoten“ bzw. -bündelungen. Sie setzt einen dynamischen Kontrapunkt gegen die strenge Rasterarchitektur des Hochhauses. Die schwungvoll in die Höhe schiessenden Linien lassen das Objekt wie eine expressive dreidimensionale Zeichnung im Raum erscheinen, die sich grundsätzlich von der klassischen geschlossenen Volumenplastik unterscheidet. Das Material, Edelstahl, nimmt nicht nur Bezug auf den Auftraggeber, es ist auch Ausdruck der technisch geprägten Moderne. Die Dynamik der aufstrebenden Linien im Raum steht für das deutsche Wirtschaftswunder der fünfziger und sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts und versinnbildlicht den Optimismus und Fortschrittsglauben jener Jahre. Kricke stellte diese Arbeit 1964 auf der documenta III und 1967 auf der Weltausstellung in Montreal aus.
Norbert Kricke *1922 Düsseldorf †1984 Düsseldorf
Grosse Mannesmann (1958-60)
Edelstahlrohre (ca. 500 kg schwer), mit Sockel ca. 7 m hoch, 5 m breit. 1961 im Auftrag der Mannesmann AG (heute: Vodafone) vor deren Bürogebäude aufgestellt. Standort: Mannesmannufer

www.wikipedia.org:
Norbert Kricke (* 30. November 1922 in Düsseldorf; † 28. Juni 1984 ebenda) war ein deutscher Bildhauer.
Sein Hauptwerk sind die so genannten Raumplastiken aus metallischen Linien, die den Raum dynamisch durchfahren. Kricke wollte durch die Darstellung von Raum und Bewegung dem Menschen ein Gefühl von Freiheit vermitteln. Ab den ersten abstrakten Plastiken in den frühen 1950er Jahren bis zu seinem Tod ist er der Linie als Gestaltungsmittel treu geblieben. Er gehört zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Nachkriegsmoderne.
Nach ersten figürlichen Skulpturen fand Kricke im filigranen, biegsamen Drahtgestell sein eigentliches plastisches Gestaltungsmittel. Ab 1950 schuf er erste abstrakte Gebilde, die er Raumplastiken nannte. Sie bestehen aus filigranen Stahllinien, die sich dynamisch durch den Raum zu bewegen scheinen. Die immateriell und schwerelos wirkenden Raumplastiken stehen im Gegensatz zur traditionellen Körperplastik, deren Massenvolumen aus Materialien wie Stein, Marmor oder Bronze eine geschlossene Oberfläche ausbildet und den umgebenden Raum ausgrenzt. Mittels transparenter Materialien, perforierter Oberflächen und verschiedener Ansichten wurden Raum und Bewegung zum Thema seiner modernen Plastik. Kricke war ein Vertreter der modernen Vorstellung von Raum und Zeit, die als allgegenwärtige Grössen alles durchdringen. Er selbst sagte, dass er die Einheit von Raum und Zeit durch die suggerierte Bewegung seiner Raumplastiken darstellen will. Bei der Umsetzung dieser Gedanken spielte auch Wilhelm Lehmbruck eine tragende Rolle.
Krickes erste abstrakte Plastiken sind noch geometrisch und rechtwinklig und stehen in der Tradition des Konstruktivismus von Naum Gabo und Antoine Pevsner der Vorkriegsmoderne, deren plastische Gebilde auf einer technisch-mathematischen Herangehensweise beruhen.
Zunehmend wurde Krickes Formsprache aber freier, expressiver und dynamischer. Nachdem er 1952 mit der Serie der Lütticher die diagonale Linie eingeführt hatte, ähnelten seine Kurvigen, Knoten und Knäuel ab 1953 immer mehr gestenhaften Zeichen. Sie wirken wie choreographische Spuren des Künstlers, die in Material festgehalten sind. Diese Formtypen stehen im Verhältnis zum Informel, das in den fünfziger Jahren international die wichtigste künstlerische Strömung war. Nach Gleichschaltung und Instrumentalisierung der Kunst als Propagandamittel im Dritten Reich wollte die junge Künstlergeneration, zu der Kricke gehört, frei aus sich selbst heraus schaffen. Der individuelle Ausdruck der Informellen manifestierte sich in impulsiven, energetischen Linienschwüngen, die eine dynamische Raumvorstellung widerspiegeln. Nach Kricke bedeutet Raum in der Plastik immer Freiheit. Diese Freiheit soll bei der Betrachtung seiner Plastiken spürbar werden und sich auf den Menschen übertragen.
Im öffentlichen Raum war es Kricke ein Anliegen, die funktionalistische, streng rechtwinklige Architektur der Nachkriegsmoderne durch seine Plastiken aufzulockern. In ihrer Dynamik wirkt Die Grosse Mannesmann von 1959 noch heute als Gegensatz zur strengen Geometrie des Bürohauses von Paul Schneider-Esleben am Düsseldorfer Rheinufer. Eine grosse Flächenbahn aus dem gleichen Jahr befindet sich an der Stirnwand des „Kleinen Hauses“ des Theaters in Gelsenkirchen von Werner Ruhnau. Ein weiteres Werk, das in einen Gegensatz zur strengen rechtwinkligen Architektur seiner Umgebung trat, war die Space Sculpture, die ab 1965 vor dem Los Angeles County Museum of Art aufgestellt war.
Norbert Kricke war Teilnehmer der documenta II (1959) und der documenta III im Jahr 1964 in Kassel.
Ab Ende der 1960er Jahre kam es zwischen Beuys und Kricke, der Beuys messianisches Auftreten und „Jesus-Kitsch“ vorwarf, zu einer der härtesten Auseinandersetzungen der deutschen Nachkriegskunstgeschichte. Umgekehrt galt Kricke seinen Kritikern als „Siegelbewahrer einer informellen Vergangenheit“, als Künstler des Establishments und des Kapitals, während Beuys mit seinem Begriff der Sozialen Plastik und als Gründer der „Freien Internationalen Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung“ sich als die wirkliche Avantgarde verstand. Als Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie führte Kricke 1972 die Tradition des Akademie-Rundgangs ein, einer öffentlichen Ausstellung studentischer Semesterarbeiten im Akademiegebäude.
Günter Grass, Schriftsteller und Nobelpreisträger für Literatur, studierte 1948–1952 an der Kunstakademie Düsseldorf Grafik und Bildhauerei. Er erwähnt in seiner 2006 erschienenen Autobiografie: Beim Häuten der Zwiebel auch Norbert Kricke (S. 335): „In der Klasse des Bildhauers Enseling … stiess ich auf Norbert Kricke, der naturgetreu seinem Meister nacheiferte und lebendige nackte Mädchen in nackte Mädchen aus Gips verwandelte, bis er, nur wenige Jahre später, von seinen Nackedeis genug hatte und fortan mit dekorativ gebogenen Drahtskulpturen dem Zeitgeist zu Diensten war.“